Unterraumtopologie und Produkttopologie

Seien \(A\) und \(B\) Teilmengen der topologischen Räume \(X\) beziehungsweise \(Y\), $$ A \subset X $$ $$ B \subset Y $$ dann stimmt die auf dem Produkt \(A \times B\) definierte Topologie, sofern man \(A \times B\) als Unterraum von \(X \times Y\) betrachtet, genau mit der Produkttopologie auf \(A \times B\) überein, die aus den von \(X\) und \(Y\) auf \(A\) und \(B\) induzierten Topologien gebildet wird: $$ \quad \tau_{A \times B}^{\text{sub}} = \tau_A^{\text{sub}} \times \tau_B^{\text{sub}} $$

Mit \(\tau_{A \times B}^{\text{sub}}\) ist dabei die Unterraumtopologie auf \(A \times B\) gemeint, die durch die Produkttopologie des Raums \(X \times Y\) entsteht.

Die Symbole \(\tau_A^{\text{sub}}\) und \(\tau_B^{\text{sub}}\) bezeichnen entsprechend die Unterraumtopologien auf \(A\) und \(B\), die von den Räumen \(X\) beziehungsweise \(Y\) induziert werden.

Der zentrale Inhalt dieser Aussage ist einfach, aber grundlegend: Beide Wege führen zur gleichen topologischen Struktur auf dem Produkt \(A \times B\).

Ob man also zuerst das Produkt \(X \times Y\) betrachtet und anschließend den Unterraum \(A \times B\) bildet, oder ob man zunächst die Unterräume \(A\) und \(B\) mit ihren induzierten Topologien versieht und danach deren Produkt konstruiert, spielt keine Rolle.

In beiden Fällen erhält man exakt dieselbe Topologie auf \(A \times B\).

    Ein konkretes Beispiel

    Um diese Aussage anschaulich zu machen, betrachten wir nun ein einfaches Beispiel.

    Seien \(X\) und \(Y\) zwei topologische Räume. Man kann sich etwa die kartesische Ebene vorstellen, wobei \(X\) der x-Achse und \(Y\) der y-Achse entspricht.

    Es seien \(A \subseteq X\) und \(B \subseteq Y\) zwei Teilmengen dieser Räume.

    Wir wählen zum Beispiel \(A = [1, 2]\), ein Intervall auf der x-Achse, und \(B = [3, 4]\), ein Intervall auf der y-Achse.

    Das kartesische Produkt \(A \times B\) besteht aus allen geordneten Paaren \((x, y)\) mit \(x \in A\) und \(y \in B\).

    Geometrisch beschreibt dieses Produkt ein Rechteck in der Ebene, dessen Seiten parallel zu den Koordinatenachsen verlaufen, wobei \(x\) zwischen 1 und 2 und \(y\) zwischen 3 und 4 variiert.

    Anschauliche Darstellung eines rechteckigen Unterraums im kartesischen Produkt

    Für \(A \times B\) bieten sich nun zwei naheliegende Möglichkeiten an, eine Topologie zu definieren:

    1. Unterraumtopologie
      Man betrachtet \(A \times B\) als Teilmenge von \(X \times Y\), also der gesamten Ebene, die mit der Produkttopologie versehen ist. Die Topologie auf \(A \times B\) ergibt sich dann durch Einschränkung dieser Topologie.
    2. Produkttopologie
      Alternativ versieht man zunächst \(A\) und \(B\) mit den jeweils von \(X\) und \(Y\) induzierten Topologien und konstruiert anschließend die Produkttopologie auf \(A \times B\) als Produkt dieser Topologien.

    Das Ergebnis ist in beiden Fällen dasselbe.

    Dieses Beispiel zeigt anschaulich, dass die gewählte Vorgehensweise keinen Einfluss auf die entstehende topologische Struktur von \(A \times B\) hat.

    Und so weiter...

     


     

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