Komposition stetiger Abbildungen

Sind \( f : X \to Y \) und \( g : Y \to Z \) zwei stetige Abbildungen, dann ist auch ihre Komposition \( g \circ f : X \to Z \) stetig.

In der Topologie und in der Analysis gehört dieses Resultat zu den grundlegenden Eigenschaften stetiger Abbildungen. Es besagt, dass Stetigkeit beim Hintereinanderausführen von Abbildungen erhalten bleibt.

Betrachten wir zwei Abbildungen

  • \( f : X \to Y \)
  • \( g : Y \to Z \)

Zuerst wird \( f \) angewendet und anschließend \( g \). Die so entstehende zusammengesetzte Abbildung nennt man Komposition und schreibt sie als \( g \circ f \).

Der Satz stellt sicher, dass diese neue Abbildung ebenfalls stetig ist. Die Stetigkeit geht also bei der Komposition nicht verloren.

Anschauliches Beispiel

Betrachten wir ein einfaches Beispiel der Komposition \( g \circ f(x) \). Dabei ist \( f \) die innere Abbildung und \( g \) die äußere Abbildung.

$$ f(x) = x^2 \quad \text{definiert auf} \quad \mathbb{R} $$

$$ g(y) = \frac{y}{2} \quad \text{definiert auf} \quad \mathbb{R} $$

Beide Abbildungen sind auf der Menge \( \mathbb{R} \) stetig.

Untersuchen wir nun die zusammengesetzte Abbildung \( g \circ f(x) \).

Betrachten wir dazu das offene Intervall \( (-2,2) \subset \mathbb{R} \).

Wenden wir zunächst \( f \) auf dieses Intervall an. Da \( f(x)=x^2 \) nur positive Werte annimmt, erhalten wir als Bild das Intervall \( (0,4) \).

Dieses Intervall liegt vollständig im Definitionsbereich von \( g \) und kann daher als Eingabebereich für \( g \) verwendet werden.

Wenden wir nun \( g \) auf das Intervall \( (0,4) \) an. Da \( g(y)=\frac{y}{2} \), erhalten wir als Bild das Intervall \( (0,2) \), das ebenfalls offen ist.

Das bedeutet, dass das Urbild von \( (0,2) \) unter der zusammengesetzten Abbildung

$$ g \circ f(x) = \frac{x^2}{2} $$

wieder eine offene Menge ist.

Damit erfüllt die zusammengesetzte Abbildung die Bedingung der Stetigkeit auf diesem Intervall.

Dasselbe Argument lässt sich auf jede offene Teilmenge von \( \mathbb{R} \) anwenden. Daher ist \( g \circ f \) auf ganz \( \mathbb{R} \) stetig.

Formaler Beweis

Wir zeigen nun formal, dass die Komposition zweier stetiger Abbildungen stets stetig ist.

  • \( f : X \to Y \)
  • \( g : Y \to Z \)

Sei \( U \subseteq Z \) eine offene Menge. Um die Stetigkeit von \( g \circ f \) zu zeigen, müssen wir nachweisen, dass das Urbild

$$ (g \circ f)^{-1}(U) $$

eine offene Teilmenge von \( X \) ist.

Da \( g \) stetig ist, ist das Urbild \( g^{-1}(U) \) eine offene Menge in \( Y \).

Da auch \( f \) stetig ist, ist das Urbild

$$ f^{-1}(g^{-1}(U)) $$

eine offene Menge in \( X \).

Dieses Urbild ist genau

$$ (g \circ f)^{-1}(U). $$

Daher ist \( (g \circ f)^{-1}(U) \) offen in \( X \).

Damit ist gezeigt, dass \( g \circ f \) die Definition der Stetigkeit erfüllt. Das Urbild jeder offenen Menge ist wieder offen.

 


 

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